21 Oktober 2019

Pimax und Schnurrhaare

Am Nachmittag treffe ich den Nachbarjungen im Treppenhaus. Er hat gerade den Fahrstuhl außer Betrieb gesetzt.
Maximilian-Pinocchio, ich muss kurz mit dir reden, sage ich zu ihm.
Ich heiße Pinocchio-Maximilian, kannst Pimax zu mir sagen, antwortet er. Ich nehme ihn mit in unsere Wohnung. Taliban, der schon an der Tür wartet, faucht, als er meinen Gast sieht und hüpft auf den Wohnzimmerschrank. Wir setzen uns an den Esstisch.
Was zu Trinken, frage ich ihn.
Nö, ist noch zu früh, antwortet er.

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12 Oktober 2019

Bratwurstkaffee und Taliban

Morgenmagazin in der ARD. Ich sitze in unserer Essecke und schaue auf den kleinen Fernseher, der über dem Tisch an der Wand hängt. Schatz kämpft gerade mit der Kaffeemaschine.

Die Kapsel klemmt, knurrt sie und stochert mit der Gabel wild im Apparat herum.

Bei mir hat nichts geklemmt, rufe ich ihr zu.

Oh doch, giftet sie. Bei dir klemmt so einiges. Weiß nicht, was sie damit meint. Ich höre ein metallisches Knacken. Schatz flucht. Ich schaue gerade die Wettervorhersage an. Es gibt Gewitter.

Ist kaputt, ruft sie.

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5 Oktober 2019

Lügenpresse

Wenn man die Zeitung nicht liest, ist man nicht informiert. Wenn man die Zeitung liest, ist man falsch informiert. (Mark Twain 1835 – 1910)

Das Wort “Lügenpresse” wurde schon seit Mitte des neunzehnten Jahrhunderts benutzt. Zuerst von konservativen Katholiken, die damit die aufkommende bürgerlich-liberale Presse diffamieren wollte. Im Ersten Weltkrieg wurde der Ausdruck für die Medien der Feinde verwendet. Die Nazis schließlich brachten das Wort mit ihrer Theorie der “Verschwörung des Weltjudentums” in Verbindung. Nach dem Krieg verschwand es viele Jahre aus dem Sprachgebrauch. Seit einigen Jahren ist es nun wieder in Mode gekommen. Da “Lügenpresse” zuletzt von den Nationalsozialisten verwendet wurde, ist es wenig verwunderlich, dass es vor allem im rechten Spektrum Anklang findet.

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